Wir wollen aufhören!
„Rauchen macht krank, kostet viel Geld und ist gar nicht so cool, wie wir mit 13 dachten.“ Diese Einsicht brachte Lehrlinge der Berufsschule 7 in Linz dazu, an einem Nichtraucher-Projekt für Jugendliche teilzunehmen, das Vorbildwirkung hat.
Knapp 50 Prozent der Jugendlichen in Oberösterreichs Berufsschulen rauchen. Manche von ihnen bereits seit dem zwölften Lebensjahr. „Weil diese Zahlen äußerst bedenklich sind, habe ich vergangenen Herbst eine Informationskampagne zum Thema Rauchen an unserer Schule gestartet“, sagt Erich Kampenhuber, Religionslehrer an der Berufsschule 7 (BS7) in Urfahr. Dass es in einem Nichtraucher-Seminar münden würde, das nicht nur in der eigenen Schule gut ankommt, sondern auch Vorbildwirkung haben würde, hätte der Pädagoge zu Beginn der Aktion nicht zu hoffen gewagt.
Tatsächlich arbeiten nun jedoch 78 Lehrlinge der BS7 hart an sich, um ihre Nikotinsucht in den Griff zu bekommen. Und andere Berufsschulen haben bereits angekündigt, ähnliche Aktionen ins Leben rufen zu wollen. Die OÖNachrichten haben Handelslehrlinge der BS7 gefragt, was sie dazu gebracht hat, das Rauchen aufzugeben. Dabei hat sich gezeigt, dass hinter ihrer Motivation oft harte Schicksalsschläge stecken. So erzählt etwa der 17-jährige Stefan Dobler: „Als meine Mutter im April vorigen Jahres die Diagnose Lungenkrebs bekam, war klar für mich, dass ich mit dem Rauchen aufhöre.“ Einen ähnlichen Beweggrund für ihre Teilnahme am kostenlosen Nichtraucher-Kurs „Take Control“, den pro mente speziell für Jugendliche ausgearbeitet hat, hat Julia Schwab. Ihre Großmutter ist an Lungenkrebs gestorben. „Ich will diese Krankheit nicht bekommen“, sagt die 16-Jährige.
Weniger dramatisch ist die Motivation von Nadja Schneider (20). Sie besucht den Nichtraucher-Kurs, weil sie keinen Sinn in dieser „kostspieligen und wenig rühmlichen Nikotinsucht“ sieht.
Ein Drittel schafft den Entzug
Die Chancen, dass sie und ihre Schulkollegen es schaffen, rauchfrei zu bleiben, stehen nicht schlecht.
Nach den Erfahrungen von pro mente Oberösterreich gelingt einem Drittel der Kursteilnehmer der Entzug, ein Drittel reduziert den Zigarettenkonsum dauerhaft und ein weiteres Drittel wird wieder rückfällig.
Quelle: www.nachrichten.at