03.11.2009

Spital kündigt Buffetpächter, weil er das Rauchen tolerierte

Weil er sich trotz oftmaliger Ermahnung nicht um das Rauchverbot schert, wollen zwei Landeskrankenhäuser ihren Buffetpächter loswerden.

In Vöcklabruck läuft bereits ein Kündigungsverfahren. In Steyr wurde ihm damit gedroht. Der kritisierte Pächter bewirtschaftet beide Buffets: „Er hat uns nach vielen Verstößen versprochen, das Rauchverbot ab 1. September einzuhalten. Die Beschwerden sind aber nicht weniger geworden“, kritisiert Alois Duftschmid, Kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses (LKH) Vöcklabruck.

In Steyr rät man Buffetbesuchern, die sich belästigt fühlen, zu einer Anzeige. Bei der Portierloge liegen Vordrucke auf, die auf das Rauchverbot im Buffet hinweisen. Das Spital distanziert sich darin von den Verstößen und offeriert zugleich die Möglichkeit einer Anzeige. Diese kann beim Portier abgegeben werden, der sie an die Beschwerdestelle weiterleitet. „Wenn der Pächter jetzt nicht einlenkt, werden wir uns von ihm trennen müssen“, droht Christine Dörfel, Sprecherin des Landeskrankenhauses Steyr.

Während in Steyr noch miteinander gesprochen wird, haben die Verantwortlichen des Vöcklabrucker LKH schon jede Hoffnung aufgegeben. Duftschmid verständigte vor Kurzem sogar die Lebensmittelpolizei, nachdem sich einige Gäste über die mangelnde Sauberkeit im Buffet beschwert hatten. Als das Spital vor fünf Jahren eröffnet wurde, vereinbarten beide Seiten einen unbefristeten Mietvertrag: „Deshalb ist es auch so schwer, diesen Pächter loszuwerden. Sein Nachfolger wird dann etwas weniger Miete zahlen müssen. Dafür muss er sich strengen Qualitätskriterien unterziehen“, sagt Duftschmid. Der kritisierte Unternehmer war gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

Rauchfreies Spital ist utopisch

Unter dem Motto „Rauchfrei – sie dabei“ bietet das LKH-Vöcklabruck nikotinsüchtigen Mitarbeitern eine Entwöhnung an. Die Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung: „Zwar ist das rauchfreie Spital eine Utopie. Wir unternehmen aber große Anstrengungen, um diesem Ziel näher zu kommen“, sagt der LKH-Direktor. Ein Raucherzimmer konnte bereits aufgelassen werden. Es ist jetzt ein Ruheraum.

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten, www.nachrichten.at

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